ENDlich!

Heute Morgen konnte ich das ENDE unter meinen neuen New Adult Liebesroman „All unsere Momente“ setzen! :)) Wer freut sich mit mir? Jetzt geht es weiter mit Überarbeitung, Lektorat, Korrektorat und Testlesern (motivierte Kommentatoren können sich gerne bei mir melden!). In ein paar Wochen könnt ihr euch das Buch dann bestellen. =D
Zur Feier des Tages hier ein Ausschnitt aus einer der ersten Szenen für euch:

Die Tür öffnete sich und Noelies Lächeln fiel in sich zusammen. Er war es! Nach all den Jahren. Er sah nach wie vor verboten attraktiv aus. Einzelne silberne Haare setzten eindrucksvolle Akzente in seinem dunklen Kurzhaarschnitt. War ja klar: Er gehörte zu den Männern, die reiften, statt zu altern. Sofern man mit sechsundzwanzig von Alter sprechen konnte.
Mark Rottner humpelte ohne die Spur eines Lächelns mit seinen Krücken auf sie zu. Todernst, als stünde ein Begräbnis an.
Das ihrer Würde? Erkannte er sie nicht mehr?
Einen Meter vor ihr blieb er wie angewurzelt stehen und sie erkannte die vertraut traurige Note in seinen blassgrünen Augen. »Noelie. Schön, dich wiederzusehen.«
Fassungslos öffnete sie den Mund. Er versuchte nicht einmal, es ernst klingen zu lassen. Wie konnte er ihr überhaupt unter die Augen treten?
Mühsam brachte sie ein Nicken zustande und deutete ihm, ins Behandlungszimmer zu gehen. Sie klammerte sich an ihr leeres Glas. Gleich müsste sie mit ihm reden. Und ihn berühren. Obwohl sie sich geschworen hatte, dies nie mehr zu tun. Wie könnte sie? Es musste einen Ausweg geben! Er tauchte hier auf, als wäre er nicht für immer aus ihrem Leben verbannt, als wäre dies ein freies Land … Sie stockte. Das war es wohl. Aber es war ihre Praxis und hier hatte sie das Sagen! Ihre Gedanken rasten. Könnte sie ihn zu einer Kollegin schicken? Doch wie sähe das aus, nach all der Zeit? Als stünde sie nicht über dem, was geschehen war. Als hätte sie ihn nicht längst vergessen. Sie schluckte schwer und folgte ihm.
Er saß auf dem Patientenstuhl, wie ein beliebiger Patient. Irgendjemand. Und so sollte sie ihn auch behandeln. Doch wenn sie ihn siezte, hielt er sie bestimmt für verrückt.
Noelie atmete tief durch und verfluchte sich sogleich dafür. Noch immer umgab ihn dieser herbschokoladige Duft, in den sie sich am liebsten vergraben würde. »Mark. Was führt dich her?«
Mit erhobener Braue deutete er auf seinen einbandagierten rechten Fuß und die ebenso bandagierten Handgelenke.
Natürlich. Sie schüttelte den Kopf über sich selbst. »Was ist passiert?«
Mark zuckte mit den Schultern. »Ein Unfall.«
»Bei einer deiner Freerunning-Touren?«
Seine Stirn runzelte sich. »Sag das nicht so überheblich. Das war mein erster gröberer Ausrutscher. Ich arbeite jetzt als Stuntman und auch bei meinem Job ist nie was passiert. Ich bin doch kein Anfänger!«
Ach, er war empfindlich? Wollte fair von ihr behandelt werden? Das hätte sie sich damals auch von ihm gewünscht! »War wohl nur eine Frage der Zeit.«
»Gehts noch?« Er rammte eine seiner Krücken in den Boden und verzog das Gesicht. »Verdammt!«
Geschah ihm recht. »Du solltest deine Handgelenke nicht mit ruckartigen Bewegungen oder zu viel Kraft belasten.«
»Was du nicht sagst!«
Sie legte den Kopf schief. »Bist du nicht hier, um dich beraten und behandeln zu lassen?«
»Sei nicht so provokant, Noelie. Du bist doch auch schon mit mir gelaufen.«
Bei der Erinnerung an diese Demütigung wurde ihr übel. »Ich habe rechtzeitig aufgehört.«
»Reibs mir ruhig unter die Nase.«
Noelie schüttelte langsam den Kopf. Er war nur ein Patient.

Na, wer ist neugierig auf mehr? 🙂

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Habe ich euch schon das Lego-Walddorf präsentiert, dass mein 9jähriger Sohn für mich gebaut hat? 🙂 Ich hatte ihm eine Szene über das Dorf der Waldwandler vorgelesen. Wunderbar, wenn man so unterstützt wird! 🙂

Und hier wäre die Szene:

Gewaltige Baumgebäude überragten sie. Helea blinzelte. Sie waren bereits im Walddorf! Sprachlos wanderte ihr Blick über die moosbewachsenen Baumhäuser, die beinahe nahtlos mit ihrer Umgebung verschmolzen. Weiße Vorhänge leuchteten mit den Schneeresten auf den Dächern um die Wette. Ein paar bunte Hängematten durchbrachen das Bild, als hätte ein Künstler Farbkleckse verteilt, um den Anblick zu perfektionieren. Die Bäume schienen wie von selbst Brücken zueinander zu schlagen, als ob sie ihre Äste ausstreckten, um ihre Baumfreunde zu berühren. Das Geäst war miteinander verwoben und mit Schlingpflanzen überwuchert. Trotz der kahlen Äste, die der Schnee kaum noch bedeckte, wirkte alles einladend und wohnlich. Sie wollte hinauf!

Ab hier habe ich nicht mehr vorgelesen, ist ja kein Kinderbuch. Aber ihr dürft ruhig weiterlesen! 😉

»Darf ich?« Ihr Finger deutete hoch und sie zwang sich, den Blick zu Leon zu senken.
Dieser strahlte. »Natürlich.« Er ergriff ihre Hand, als hätten sie das schon immer getan, und zog sie vorwärts.
Seine Hand hielt ihre fest umschlossen, sein Daumen strich über ihren Handrücken. Zufällig? Sie erbebte, ihr ganzes Fühlen wanderte zu dieser Stelle. War das noch normal? Solche Intensität? Es war ein einziger, unschuldiger Fleck ihres Körpers. Ihre Hand, die sie schon so vielen gereicht hatte und die ihre Empfindsamkeit längst verloren haben sollte. Und doch war er ihr damit näher, als je ein Mann zuvor.
Er ließ ihr keine Zeit, weiter darüber nachzudenken, sondern führte sie zu einer breiten Blutbuche. Eine Strickleiter hing beinahe bis zur Erde herab und er deutete ihr, sie zu erklimmen. Widerstrebend löste sie ihre Finger von seinen und erklomm die Leiter. Es war eine wackelige Angelegenheit, ihre weiten Röcke waren ihr im Weg und mehrmals kratzte sie sich an der rauen Rinde. Schnaufend kam sie endlich oben an, rappelte sich auf und musterte den ungewöhnlichen Ort. Die Aussicht verschlug ihr die Sprache. Über und unter ihr waren schneebedeckte Baumkronen, kahle Äste stießen wagemutig aus dem Schnee heraus und formten schon Knospen. Der Wald schien endlos, alle Bäume schienen miteinander verwachsen zu sein. Eine eigene Welt. Wärme und herbsüßer Zimtduft lenkte ihre Aufmerksamkeit auf Leon, der plötzlich hinter ihr auf der hölzernen Plattform stand. Nah. Ganz still harrte sie aus. Würde er sie berühren? Zeit verstrich, aber beide schwiegen reglos.
»Beeindruckend«, krächzte sie schließlich und wandte sich um. Was tat er hinter ihr?
Seine Hände waren zu Fäusten geballt, er selbst starr, nur die violetten Flecken in seinen Augen funkelten. Dann hoben sich seine Mundwinkel und er zwirbelte an seinem Bärtchen, ohne den Blick abzuwenden. Abermals bot er ihr seine Hand und sie kam seiner Aufforderung nach.